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Sumarah-Meditation
mit Christian Böhringer
in Köln und Lohmar

Geschichte der Sumarah Meditation

 

Sumarah geht auf das Erleben des Javaners Pak Sukino in den 30er Jahren zurück.
Die große Frage für viele Menschen in der holländischen Kolonialzeit war damals, wie man einen Weg in die Nationale Unabhängigkeit finden könnte, in eine innere und äußere Selbständigkeit auf der Basis ureigener traditioneller Werte. Zu dieser Frage hatte Pak Sukino in seinen Meditationen Erlebnisse und Antworten, die als Folge die Meditationsform Sumarah entstehen ließen. Es formte sich um Sukino eine Gruppe von Freunden, später entstand daraus eine ganze Bewegung. Diese sollte in dem Unabhängigkeitskampf Indonesiens neben vielen anderen ähnlichen Gruppierungen eine tragende Rolle spielen. Das Thema war also damals wie heute: Wandlung zur Eigenverantwortung in Verbindung mit dem, wo wir herkommen, in einem inneren und äußeren Prozess von Kämpfen und Nachgeben. Sumarah ist traditionell nicht konfessionsgebunden, es bringt in Indonesien die verschiedenen Konfessionen und Überlieferungen zusammen und befriedet gegensätzliche Positionen.

In den 70er Jahren begannen junge Westler in großer Zahl unbekannte Länder zu bereisen und sich für fremde Kulturen, Lebensweisen und Traditionen zu interessieren. Viele von ihnen waren mit experimentellen Lebenskonzepten und Drogen in Welten vorgedrungen, für die es in unserer Kultur keine eigenen inneren Landkarten mehr gab. Sie konnten ihre Eindrücke nur vage benennen, deshalb kaum mitteilen und sinnvoll verarbeiten. Viele begaben sich auf die Suche nach Erklärungen und Hilfen. Außerdem wollten sie die eröffneten Räume ohne die schädlichen Begleiterscheinungen von Drogen begehen können.

Wie an vielen Orten in Asien kamen zu dieser Zeit auch in Java immer mehr Westler zu den Meditationen und es begann ein spannender Transfer javanischer spiritueller Erfahrungen in unseren westlichen Kontext mit allen seinen Erhellungen, Verklärungen und Mißverständnissen. Es gab erste Schüler und Meditationsgruppen im Westen. Mittlerweile gibt es Sumarah- Gruppen in vielen Ländern. Ein Schwerpunkt scheint Deutschland zu sein mit Gruppen in Köln, Hamburg und Berlin.

In Indonesien mit seinem schnellen kulturellen Wandel hin zur Moderne wird das Interesse an Bewegungen wie Sumarah immer geringer. Doch die Hinwendung von Westlern zu diesen traditionellen Modellen erweckt im eigenen Land eine neue Aufmerksamkeit für deren Werte, die sich so möglicherweise mitverwandeln können und auf diese Weise nicht verloren gehen.